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Der feem blog

Kategorie: Allgemein

Sicherheit für Frauen  

Die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 sind eindeutig. Die Zahl der erfassten Sexualdelikte bleibt hoch, Partnerschaftsgewalt macht dabei den größten Anteil aus. Wie können wir Frauen schützen und in ihrer persönlichen Sicherheit stärken? 

“Steigende Zahlen im Bereich der Sexualstraftaten und das erschreckende Ausmaß sexualisierter digitaler Gewalt machen deutlich, dass wir Betroffene noch besser schützen müssen”, sagte Andy Grothe, Vorsitzender der Innenministerkonferenz bei der Präsentation der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025. Besonders auffällig ist der Anstieg bei Vergewaltigungen. Im Vergleich zu 2024 sind die Zahlen um neun Prozent gestiegen, zu 2018 sogar um 72 Prozent. Die Tatverdächtigen sind überwiegend Freunde sowie Bekannte oder (ehemalige) Partner und zu 99 Prozent männlich. 

Mehr Anzeigen bedeuten aber nicht automatisch mehr Taten – sondern oft mehr Sichtbarkeit. Frauen trauen sich heute häufiger Straftaten anzuzeigen, etwa durch öffentliche Debatten wie die #MeToo-Bewegung. Gesellschaft und Behörden nehmen sexualisierte Gewalt ernster und die Beratungs- und Unterstützungsangebote werden besser. Trotzdem müssen Frauen besser vor Gewalt geschützt werden. 

Im Selbstverteidigungskurs mit feem lernen Frauen, sich selbst zu schützen.

So können Frauen vor Gewalt geschützt werden 

Gewalt ist ein komplexes gesellschaftliches Problem. Um Personen davor zu schützen, braucht es ein Zusammenspiel von Maßnahmen. 

  • Selbstverteidigungskurse 

In Selbstverteidigungskursen mit feem lernen Frauen ihre Umgebung wahrzunehmen und aufmerksam zu sein, um erste Anzeichen von Gewalt frühzeitig zu erkennen und einordnen zu können. Die Übungen zielen darauf ab, das individuelle Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen zu stärken und Ängste in Mut umzuwandeln.  

  • Prävention 

Gewalt beginnt oft nicht plötzlich. Aufklärung über gesunde Beziehungen, Konfliktlösung und Gleichberechtigung – schon in Schulen – kann helfen, Gewaltmuster früh zu verhindern. Zudem muss Gewalt in der Gesellschaft enttabuisiert werden, damit auch Menschen im Umfeld von Betroffenen erkennen, wenn eine Person Hilfe braucht.  

  • Niedrigschwellige Hilfsangebote 

Frauen brauchen einfachen Zugang zu Unterstützung – anonym, rund um die Uhr und kostenlos. Ein zentrales Angebot ist das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, das Beratung in vielen Sprachen bietet. Ebenso wichtig sind Frauenhäuser, Beratungsstellen und Notunterkünfte, die Schutz und Begleitung ermöglichen. Auch mobile Angebote bieten Hilfe, wie KI-Chat Maya oder AinoAid™ oder die App SafeNow.  

  • Rechtlicher Schutz 

Gesetze müssen Gewalt klar verbieten und konsequent durchgesetzt werden. In Deutschland regelt das Gewaltschutzgesetz z. B., dass Täter der Wohnung verwiesen werden können. Schnelle einstweilige Verfügungen und konsequente Strafverfolgung sind entscheidend, damit Betroffene sofort geschützt sind. 

Gewalt ist ein komplexes gesellschaftliches Problem und wirksamer Schutz für Frauen erfordert mehrere Ebenen gleichzeitig – rechtlich, sozial, präventiv und individuell. Nur, wenn mehrere Maßnahmen zusammenspielen, kann wirksamer Schutz gelingen. 


Lisa Gerth, 27. April 2026