feem und Your Companion arbeiten gemeinsam an ganzheitlichen BGM-Konzepten, die die persönliche Sicherheit der Mitarbeiter:innen eines Unternehmens stärken. Im Interview sprechen Till Völzke und Sascha Jelinek über gemeinsame Visionen, Tabuthemen und Herausforderungen.
feem und Your Companion wollen gemeinsam die mentale Gesundheit von Mitarbeiter:innen stärken, Führungskräfte befähigen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Frauen wachsen und führen können und ganzheitliches Gesundheitsmanagement in Unternehmen etablieren.
feem: Warum habt ihr euch für eine Kooperation eurer beiden Unternehmen entschieden?
Till Völzke: Für mich war spannend, dass Your Companion kein typischer BGM-Dienstleister ist. Sascha fokussiert sich mit seinem Unternehmen auf verschiedene Felder und verbindet sie, um ein ganzheitliches Konzept anzubieten. Dazu gehören Betriebliches Gesundheitsmanagement, New Work, Personalentwicklung oder Konfliktmanagement. Das passt sehr gut zur Philosophie von feem, was mir sehr wichtig ist.
Sascha Jelinek: In feem steckt viel mehr als “reine Selbstverteidigung”. Es steht eine Vision dahinter, die sehr gut zu Your Companion passt. Gemeinsam bringen wir persönliche Sicherheit in die Unternehmen. feem spricht Tabuthemen an und löst sie auf. Ich erkenne da klare Synergien.
feem: Wie schaffen wir es denn, gemeinsam Tabuthemen zu brechen?
SJ: Dazu braucht es Vertrauen. Oft sind diese Themen mit Scham verbunden und wir müssen einen Weg finden, um hinter die Fassade zu schauen. Das kann erst entstehen, wenn in der Geschäftsbeziehung Verständnis aufgebaut und persönliche Sicherheit geschaffen wurde.
TV: Ich stimme Sascha zu, Vertrauen steht an erster Stelle. Das schafft man durch Gespräche und Kommunikation. Leider herrscht in unserer Gesellschaft Unsicherheit und Angst vor Gewalt, was besonders durch die Medien getriggert wird. Führungskräfte haben dann oft fachliche Themen auf dem Schreibtisch, obwohl sie sich eher damit beschäftigen sollten, Soft Skills bei sich und ihren Mitarbeiter:innen auszubilden, um Sicherheit zu geben. Da braucht es Fingerspitzengefühl, um Strukturen zu verändern.

feem: Wo seht ihr Gemeinsamkeiten zwischen euren Unternehmen?
TV: Wir haben gemeinsame Visionen und Werte. Das ist die stärkste Verbindung zwischen uns. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Arbeitswelt zu schaffen, in dem der Mensch im Vordergrund steht und jeder sein kann, wie er ist. Die Mitarbeiter:innen brauchen Vertrauen in das Unternehmen, die Kolleg:innen und ihre eigenen Fähigkeiten.
feem: Welche Herausforderungen haben eure Unternehmen und wie wollt ihr diese meistern?
TV: Persönliche Sicherheit zu enttabuisieren ist die größte Herausforderung für feem. Wir versuchen weiter, Sicherheit in die Unternehmen zu tragen, in dem wir Vorträge halten, Workshops geben und ganz allgemein aufklären. Im nächsten Jahr wollen wir uns dafür stärker auf Frauennetzwerke konzentrieren.
SJ: Für uns liegt die Herausforderung darin, den Spagat zwischen theoretischem Wissen und der konkreten Umsetzung der Maßnahmen hinzubekommen. Leider werden oft aus budgetären Gründen Maßnahmen gestrichen. Zudem merken wir einen Konflikt zwischen den Generationen. Ältere Führungskräfte sind oft der Meinung Gesundheit sei Privatsache, doch dahinter steckt oft die Angst, Mitarbeiter:innen zu schulen und sie dann zu verlieren. Doch es ist genau die Stärke von Your Companion Ganzheitlichkeit zu präsentieren. Wir wollen in den nächsten Monaten verstärkt auf regionalen Events unterwegs sein, wo wir die Menschen und Unternehmer des Mittelstands direkt erreichen.
feem: Die deutschen Unternehmen klagen über Fachkräftemangel, finanzielle Verluste oder Bürokratisierung. Wie überzeugt ihr die Führungskräfte trotz Stagnation weiter in ihre Mitarbeiter:innen zu investieren?
SJ: Wir kommunizieren ehrlich, dass es nicht darum geht, Idealbilder aufzubauen und wir können auch keine Wunder vollbringen, doch eine Investition in die eigenen Mitarbeiter:innen lohnt sich immer, auch wenn die Finanzen angespannt sind. Wertschätzung, transparente Kommunikation und Ehrlichkeit senken die Arbeitsbelastung merklich und so zahlt sich die finanzielle Investition schnell aus.
TV: Gerade wenn wir in Branchen schauen, in denen die Fachkräfte rar sind, wie im Einzelhandel oder im Handwerk, ist es wichtig, keine Scheu vor Konflikten zu haben. Oft kommen die Themen, die die einzelnen Mitarbeiter:innen beschäftigen, nicht in der Führungsetage an. Hier gilt es zuzuhören und auszuprobieren. Am Ende verdienen die Menschen an der Basis das Geld und nicht die Führungskräfte. Trotzdem sind alle wichtig, damit das Unternehmen funktioniert.
feem und Your Companion werden auch in Zukunft als gemeinsame Partner an ihren Zielen arbeiten.